Marcel Broodthaers, Gedicht/Poem/Poème Change/Exchange/Wechsel, 1973
© Estate Marcel Broodthaers and MoMA, N.Y.

Blickwechsel

Marcel Broodthaers und das erste Papiergeld der sächsischen Geldgeschichte

Die zwei sachlich wirkenden Grafiken des belgischen Konzeptkünstlers Marcel Broodthaers im Münzkabinett adressieren eine der grundlegenden Fragen der Kunst wie der Ökonomie: jene nach dem Verhältnis von materiellem zu ideellem Wert.

  • Laufzeit 01.12.2021—10.10.2022
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Film

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Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann (7): Marcel Broodthaers,  Gedicht/Poem/Poème Change/...

Seit dem 20. Jahrhundert

Seit dem 20. Jahrhundert hinterfragen Künstler*innen – spätestens durch die Entwicklung von readymades und multiples – die geltenden Prinzipien von Wert, Original und Aura. In humorvoller und radikaler Manier verhandelt Broodthaers diese Themen in „Gedicht/Poem/ Poème Change/Exchange/Wechsel“, das den künstlerischen Wert eines Gedichts in einer nicht nachvollziehbaren Gleichung in DM, Dollar, Francs und Pfund aufrechnet. Als nummerische Größe fungiert hier die Signatur des Künstlers, „m.b“, die eigentlich entscheidende Instanz im Bemessen des ökonomischen Werts eines Kunstwerks, die durch ihre Wiederholung ad absurdum geführt wird. Die Signatur, ohne Wert an sich, ähnelt in diesem rein repräsentativen Dasein unserem heutigen Geld, dessen Wert sich ebenfalls nur in Beziehung und im Wechsel bemessen lässt.

© Estate Marcel Broodthaers
Marcel Broodthaers, Gedicht/Poem/Poème Change/Exchange/Wechsel, 1973

Einführung des Papiergeldes

Darauf verweist insbesondere die Einführung des Papiergelds, das ab dem späten 18. Jahrhundert auch im Freistaat Sachsen kursierte. Das zeigt hier repräsentativ ein Reichsthaler, der 1772 zur Bewältigung der durch die Niederlage im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) ausgelösten Krise ausgegebenen wurde.

Impressionen

Papiergeld hat in der weiteren Entwicklung

Papiergeld hat in der weiteren Entwicklung hin zum modernen Wirtschaftssystem wachsende Bedeutung erlangt. Als sogenanntes Fiatgeld (aus dem lateinischen Wort fiat – „Es sei getan! Es geschehe! Es werde!“) ist es ein Wirtschaftsobjekt ohne inneren Wert, das als Tauschmittel dient. In dieser Abkehr vom Materialwert hin zu einem ideellen Wert, der im Fall des Papiergelds durch eine staatliche Instanz gesicherten wird,) offenbart sich ein unerwarteter Dialog zwischen der Kunst- und der Geldgeschichte.

Die Familie Hoffmann

Die Familie Hoffmann schenkte im März 2018 den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ihre umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst, die rund 1200 Werke umfasst. Ein Anliegen der Schenkung ist es, Werke aus der Sammlung mit den Objekten der unterschiedlichen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einen Dialog treten zu lassen und dadurch für die heutigen wie die historischen Exponate andere Betrachtungsweisen und Bedeutungsebenen zu öffnen.

Zur Schenkung Sammlung Hoffmann

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